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Change & Transformation

Aus Breite wurde Tiefe: unsere eigene Transformation

Ende 2022 waren wir eine Digitalagentur mit rund 45 Menschen. Dann kam ChatGPT, und wir haben uns eine Frage gestellt, auf die wir keine Antwort hatten. Was daraus wurde, ist der Grund, warum wir heute über Transformation nicht aus dem Lehrbuch sprechen.

Joshua Martinez Hartmann·Gründer & Geschäftsführer, bundesweit.digital·Januar 2025·7 Min. Lesezeit·

“KI integriert man nicht einfach nebenbei. Wer KI richtig integriert, transformiert sein Unternehmen.”

— Joshua Martinez Hartmann

Ende 2022: eine Frage, kein Plan

bundesweit.digital wurde 2017 als Digitalagentur gegründet. Digitales Marketing, Employer Branding, Social Recruiting — wir waren gut darin, und das Geschäftsmodell funktionierte. Ende 2022 waren wir rund 45 Menschen.

Dann kam ChatGPT. Was wir daraufhin gemacht haben, war kein Strategieprozess. Es war eine Frage: Wie werden wir in zehn Jahren arbeiten? Wir hatten darauf keine Antwort, und das war der eigentliche Befund. Ein Unternehmen, das nicht sagen kann, wie es in zehn Jahren arbeitet, hat kein Technologieproblem.

#worksmarter gab es zu dem Zeitpunkt längst. Der Anspruch, klüger zu arbeiten statt mehr, war nicht neu bei uns. Neu war, dass wir ihn plötzlich nicht mehr auf einzelne Abläufe beziehen konnten, sondern auf das ganze Haus.

Warum wir bei uns selbst angefangen haben

Der naheliegende Weg wäre gewesen, KI als neue Leistung ins Portfolio zu nehmen. Eine Agentur kann das schnell: Seite umschreiben, Angebot bauen, verkaufen. Wir haben es anders herum gemacht und zuerst die eigene Organisation angefasst.

Der Grund war unbequem, aber einfach. Hätten wir zuerst verkauft, hätten wir über etwas geredet, das wir selbst nicht getan haben. Das merkt man Beratung an — und man merkt es ihr besonders dann an, wenn es anstrengend wird.

Was dabei als Erstes sichtbar wurde, hatte mit KI wenig zu tun: Vieles bei uns lief auf Zuruf. Für eine Agentur ist das lange gut genug, weil Menschen die Lücken schließen. Für Abläufe, die wiederholbar dasselbe Ergebnis liefern sollen, reicht es nicht — und genau solche Abläufe braucht man, bevor Automatisierung irgendetwas verstärken kann.

2024 und 2025: von Werkzeugen zu dem, was darunter liegt

Die erste Phase bestand aus Werkzeugen. Das ist die Phase, in der viele Unternehmen heute stehen, und sie fühlt sich gut an: Ergebnisse sind sofort sichtbar, einzelne Leute werden spürbar schneller.

Sie ist auch schnell zu Ende. Ein Werkzeug hilft der Person, die es bedient. Es hilft nicht dem Unternehmen, solange die Information, die es bräuchte, in einem anderen Programm liegt, das niemand angebunden hat. Ab 2024 und 2025 haben wir deshalb den Schwerpunkt verschoben: auf Schnittstellen, auf Daten, auf eigene Softwarelösungen.

Das ist der Teil, der nach außen unspektakulär aussieht und nach innen den Unterschied macht. Aus dieser Arbeit ist auch TransformOS entstanden — nicht als Modell, das wir uns ausgedacht und dann angewendet haben, sondern als die Ordnung, in der wir die Fragen ohnehin stellen mussten.

Was davon für andere gilt

Wir geben das als eigene Erfahrung weiter, nicht als Studie. Drei Dinge haben sich für uns gehalten.

Erstens: Die Frage am Anfang entscheidet mehr als die Werkzeugauswahl. Wer fragt „welches Tool nehmen wir“, bekommt ein Tool. Wer fragt, wie in zehn Jahren gearbeitet werden soll, bekommt eine Reihenfolge — und die Werkzeuge ergeben sich daraus.

Zweitens: Struktur schlägt Tool. Wo ein Ablauf unklar ist, macht Technologie ihn nicht klarer, sondern schneller unklar. Das ist der häufigste Grund, warum ein gelungener Pilot in der zweiten Abteilung nicht mehr funktioniert.

Drittens: Es dauert länger, als man denkt, und der schwierige Teil ist nicht die Technik. Er liegt bei Zuständigkeiten, bei Daten, denen man vertrauen kann, und bei Menschen, die eine Veränderung nicht nur mitmachen, sondern verstehen. Wir sind damit nicht fertig. Das ist keine Koketterie — es ist der Grund, warum wir uns Transformationsagentur nennen und nicht KI-Agentur.

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